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Kollektive Erinnerung

Nachfolgend ein Auszug aus dem Beitrag „Die Notwendigkeit einer Nationalgeschichte“, verfasst von Martin Voelkel und nachzulesen in der aktuellen Ausgabe (17) der Zeitschrift „Sezession“.

„Nicht nur die Deutschen, alle europäischen Völker erleben heute eine Infragestellung ihrer historischen Identität. Die hat ihre Ursache in objektiven Umständen – der Globalisierung, der Zuwanderung, dem Geburtenschwund, dem Zerfall der Demokratie – aber es ist auch der Einfluß von mächtigen Eliten wirksam, die systematisch eine Demontage dieser Art von Selbstverständnis betrieben haben. Man darf ihnen nicht trauen, wenn sie jetzt vorgeben, sich eines besseren zu besinnen. Auch unter patriotischen Vorzeichen geht es ihnen darum, den Nationen den Zugang zu jener Kraftquelle zu sperren, die in Zeiten der Krise immer wieder geholfen hat, den Selbstbehauptungswillen zu stärken. Das ist die kollektive Erinnerung, genauer: die große Erzählung, die diese Erinnerung wachhält. Es kann deshalb niemals gleichgültig sein, wer als Erzähler auftritt, was und in welchem Ton erzählt wird. Die Entscheidung darüber ist gleichbedeutend mit der Entscheidung, welche Auffassung von der Nation überhaupt besteht.“

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