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Archiv für die Kategorie ‘Literatur’

Sozialismus und Demokratie im germanischen Dorf

März 21, 2007 dsnation Kommentieren

„Bedeutsam aber für die Schicksale der Germanen war die Weise, in welcher der einzelne auf dem Boden saß. Nur als freier Grundbesitzer, als Mitglied einer Gemeinde galt er im Volke, und eisenfest war sein Besitz in das Gemeindeeigen gefügt. Eigentümerin der Dorfflur ist die Gemeinde. Nur Haus, Hof, den umzäunten Garten und die Herden besitzt jeder Grundbesitzer als freies Eigen. Zunächst an den Wohnungen liegen Äcker und Wiesen, in Lose oder Hufe geteilt, welche von den einzelnen Besitzern zu eigenem Vorteil bewirtschaftet werden. In weiterem Kreise darum der Wald, die Weide, das Ried, der Teich, sie werden von der Gemeinde verwaltet; dem Mitglied der Genossenschaft steht nur im Verband mit den andern das Nutzungsrecht daran zu, denn er darf sein Weiderecht nur ausüben, wenn er Rosse, Rinder, Schafe, Borstenvieh und Federvieh in der Gemeindeherde darauf sendet. Auch im Bau der Äcker und Benutzung der Wiesen ist er durch die Gemeinde beschränkt, auch dieser Teil der Dorfflur wird in bestimmter Zeit des Jahres von den Herden der Gemeinde beweidet, die Zeit des Fruchtbaues und Heugewinnes ist ihm durch Gemeindebeschluß bestimmt, sogar die Früchte, welche er auf dem Acker bauen darf, sind ihm vorgeschrieben. Aber wie Haus, Hof und Herde nach Volksrecht auf seine Erben übergehen, so auch der ganze ideale Eigentumsanteil, den er an dem Gemeindeeigen besitzt.
[...] Die Gemeinde aber als oberste Eigentümerin der Flur umschloß die gesamte irdische Existenz des Familienvaters; im Verbande mit Markgenossen zog er sein Vieh, baute er sein Feld, kämpfte er für die Rechte seiner Mark, als Hufenbesitzer half er an der Dingstätte das Recht finden, wählte er den Häuptling, beriet er in der Volksversammlung, zog er zur Heerschau, hob er vor dem Kriegszuge den gewählten Feldherrn auf seinen Schild. Sein Tagesleben gab ihm unaufhörlich Veranlassung, sich als Gleichberechtigten unter den Genossen zu fühlen. Eifersüchtig wachte er darüber, daß die Äcker gleich gemessen waren, daß ihm die Nahrung seiner Tiere nicht durch übermäßige Zucht in den Höfen seiner Nachbarn beschränkt wurde. Dies demokratische Gefühl der Gleichberechtigung mit allen andern wurde ein vorherrschender Zug im Leben des Deutschen. Auch sein Häuptling sollte in der Dorfflur nicht anders angesiedelt sein als ein anderer Dorfgenosse, seine Hufe wurde ihm aufgeteilt wie den andern, seine Herde sollte mit dem Gemeindevieh weiden. Als Cäsar sich bei einem Suevenhäuptling nach der auffälligen Ackerteilung durch gleiche Lose erkundigte, erhielt er die Antwort, diese Gleichheit sei notwendig, damit der gemeine Mann nicht unzufrieden werde. Auf dieselbe demokratische Gleichheit der Rechte hielt der deutsche Landbauer auch in der Volksversammlung, vor Gericht und im Heer. Den Rechtsspruch gegen ihn durften nur gleichberechtigte Hufenbesitzer finden, sogar den Schuldigen durfte niemand binden und schlagen als der Priester im Namen der Gottheit. Ja, wenn der Bauer im Heere zur Schlacht zog, wollte er nicht leiden, daß sein Feldherr oder der Fürst des Stammes neben ihm auf dem Roß in die Schlacht zog, er zwang ihn abzusteigen, denn auch das Schlachtenlos sollte für alle gleich sein. Und war die Schlacht gewonnen, dann wurde die auf einen Haufen getragene Kriegsbeute so behandelt wie der Ackergrund eines neubesetzten Dorfes, sie mußte von den Führern gewissenhaft und gleichmäßig verteilt werden.“

Aus dem Kapitel „Landbau und Handwerk“ im Heft „Deutsche zur Römerzeit“ von Gustav Freytag, Deutsche Jugendbücherei Nr. 269, herausgegeben vom Dürerbund, Hermann Hillger Verlag, Berlin – Leipzig

Kategorien:Germanen, Literatur

Der deutsche Spielmann

März 21, 2007 dsnation Kommentieren

Römerlegionen, Völkerwogen!
Braune Männer kommen gezogen
Nordlandwärts.
Die Adler dräun, es klirrt das Erz,
Es klirrt und droht und rostet bald -
Dumpf rauscht der Teutoburgerwald.

Völkergewoge, Völkergemetzel!
Die Gottesgeißel, der wilde Etzel,
Gefolgt von zottigen Rossen:
Ein Strom, der über die Ufer geschossen!
Es rast und wütet und prallt zurück -
Ein Weib erdrosselt des Hunnen Glück.

Ein Nachen schwimmt durchs Ärmelmeer.
Ihm folgt kein kühnes Völkerheer.
Er trägt kein Wimpel reich und stolz,
Er trägt am Mast ein Marterholz
In Kreuzgestalt.
Doch sinnend hält
Ein Mönch darum die Hand geballt.
Er kommt aus einer fernen Welt.
Er will kein Land bekriegen
Und doch ein Reich ersiegen.

Donars Eiche, sie wankt und fällt;
Es stürzt die alte Götterwelt.
Germanentrotz und Christengeist.
Ein Kaiser, der sie zusammenschweißt.
Stark ist sein Wille und ehern sein Mut;
Doch seine Hände rauchen von Blut.
Den Dulderglauben predigt der Stahl.
Rot färbt sich der Boden im Wesertal.

Zepterträger, Kronenerben
Kommen und scheiden; doch Götter sterben
Nicht von heut auf morgen.
Soll ein neuer Glaube erstehn,
Muß er durch Jahrhunderte gehn
Und alle Bräuche borgen.
Neu wird das Kleid und neu das Wort,
Des Volkes Wesen dauert fort;
Trotz aller wahren Christlichkeit:
Germanen blieben wir bis heut.

Der deutsche Spielmann

Das Gedicht stammt aus der Reihe „Der deutsche Spielmann. Eine Auswahl aus dem Schatze deutscher Dichtung für Jugend und Volk. Herausgegeben von Dr. Ernst Weber“. Der vorliegende Band trägt den Titel „Germanentum. Wie unsere Väter Christen geworden sind von den Römerkriegen bis zur Herrschaft der deutschen Stämme“ und wurde 1925 in München herausgegeben von Georg D. W. Callwey im „Verlag des deutschen Spielmanns“.

Im Klappentext heißt es zur Absicht der Reihe:
„Der deutsche Spielmann herausgegeben von Ernst Weber, eine großangelegte Auswahl aus dem Schatze deutscher Dichtung für Jugend und Volk, schöpft aus dem Besten deutscher Erzählungs- und Verskunst unter Beschränkung auf das Volks- und Jugendtümliche. Die Sammlung gliedert sich in 40 Einzelbände, von denen jeder ein in sich geschlossenes Ganzes bildet und von einem Künstler illustriert ist, dessen Eigenart dem Charakter des jeweiligen Stoffgebietes ungezwungenen Ausdruck verleiht. Die Sammlung einet sich wie kaum ein zweites Werk zur Anschaffung für öffentliche Bibliotheken, als Mittel zur Belebung des Schulunterrichts und für die Familienbücherei. Der deutsche Spielmann hofft, zum eisernen Bestand jeder Volks- und Jugendbücherei zu werden. Er huldigt ja nicht einer vorübergehenden Mode des Tages. Er schöpft aus dem aufgespeicherten Schatz der Jahrhunderte und wird darum auch seine Geltung für das Jahrhundert behalten.“

Kategorien:Germanen, Literatur, Lyrik

Corneliu Z. Codreanu: Handbuch für die Nester

März 16, 2007 dsnation 1 Kommentar

Corneliu Zelea Codreanu, wie er mit vollständigem Namen hieß, wurde 1899 in Rumänien geboren und beschäftigte sich schon früh mit der politischen und gesellschaftlichen Lage seiner Nation. Bald wuchs in ihm der Wunsch, das von innen wie außen bedrohte Land zu sichern und einen neuen Staat zu errichten, der für das Wohl aller seiner Bürger sorgen und eine starke Nation darstellen würde. 1927 gründeten einige Kameraden und er deshalb die „Legion Erzengel Michael“ als spirituell-nationale Kampfgemeinschaft. 1930 entstand zusätzlich die „Eiserne Garde“, die alle idealistischen nationalen Verbände zu einer Aktionsfront vereinen sollte.
Das vorliegende „Handbuch für die Nester“ erschien 1933, das umfassendere Werk „Eiserne Garde“ 1936. In dieser Zeit erkannte der herrschende rumänische Staat die Gefahr, die für sein Regime von Codreanu und seinen Anhängern ausging, und inhaftierte ihn unter fadenscheinigen Vorwänden. Damit nicht genug, fürchtete der Staat die entstehende Massenbewegung so sehr, daß er Corneliu Zelea Codreanu und mehrere seiner Getreuen 1938 heimtückisch ermorden ließ.

Was erfahren wir nun aus dem Handbuch? Es ist geschrieben, um Mitgliedern und Sympathisanten der Legion einen Leitfaden an die Hand zu geben, nach dem sie Haltung und Auftreten ausrichten können. Die Gliederung faßt einander nahe liegende „Punkte“ in übergeordneten „Teilen“ zusammen.
Zunächst werden die Formalia der Sitzungen und der Aufbau der als Teilorganisationen so genannten „Nester“ behandelt. Eine einfache, aber strenge Ordnung war demnach kennzeichnend für die Zusammenkünfte. Die Nester waren hierarchisch und nach Alter und Geschlecht gegliedert. Studenten hatten ihr eigenes Nest.
Sodann werden Ratschläge für den Nestleiter gegeben. Er stellt sich als ein weiser Anführer dar, der eine nur geringe Distanz zu seinen Untergebenen aufweist, sie durch seinen Charakter und seine Herzlichkeit anzieht und stets als guter Kamerad agiert. Im Kampf sucht er sich immer die gefährlichste Stelle aus. Als menschliches Vorbild sucht er stets die Harmonie und das zwischenmenschliche Verständnis in seiner Einheit zu wahren. Nur durch sein Verhalten soll er die Achtung aller gewinnen. Ständiger und übermäßiger Kritik an der jeweils zu vertretenden Sache muß er entgegentreten:

„Die Legion ist keine Organisation der Kritik und Negation, sondern eine Organisation im Geiste der Bejahung, des Kampfes und der Offensive.
Die Kritik überlassen wir den Historikern. Laßt uns jetzt so gut wie möglich kämpfen, um so viel wie möglich zu erreichen.“

Und weiter: „Unehrliche, Streitsüchtige, Schläger, Hochmütige, Angeber, Eingebildete, Furchtsame, Feiglinge müssen der Organisation fernbleiben“.
Eine kleine Zahl von Brüdern sei immer besser, als eine große Zahl von Streithähnen, wird gesagt. Ein soldatisches Einstehen für die Werte der Nation wird gefordert: „Wie gut würde es uns gehen, wenn alle Politiker ihre Arbeit, ihre Seelen und ihr Leben dem Land widmen würden!
Die einfache Uniform als Zeichen der Zusammengehörigkeit soll jeder Legionär besitzen. Kameradschaft und Disziplin sind unabdingbar für die Sicherung der Einheit der Legion. Kameradschaft und Vertrauen sollen sich von unten nach oben bilden, während der Weg der Disziplin von oben nach unten verläuft um auch in schwierigen Zeiten die Einheit zu sichern. Disziplin muß aber immer freiwillig erfolgen. Nur dann ist sie Überlegenheit. Das Mittel der Bestrafung wird nicht sehr weit ausgeführt. Die schlimmste Bestrafung ist der Ausschluß aus der Einheit.
Wir lesen weiter, daß die Legion sich an Wahlkämpfen als einzigem rechtmäßigem Weg der Änderung der Verhältnisse beteiligt, aber auch hier nach strengen moralischen Maßstäben agiert. So verspricht der Legionär statt materieller Güter Gerechtigkeit für alle. Jeder einzelne muß die Idee so weit wie möglich propagieren. Der Legionär bittet in seinem Wahlprogramm nicht um einzelne Güter, sondern er verlangt gerechte Gesetze. Im Weiteren werden die Abläufe des Wahltags festgelegt.
Interessant sind auch die Anweisungen für das Verhalten des Legionärs als Abgeordneter. So stehen ihm die ausbezahlten Diäten nicht persönlich zu, sondern er muß sie der Legion abliefern. Diese bestimmt seine angemessene persönliche Entschädigung. Zudem soll er nicht in einem Luxushaus leben, sondern, wenn nötig, in einer einfachen Legionärkaserne. Er muß der Legion in seiner Funktion stets zur Verfügung stehen. Überdies wird er nach dem Rotationsprinzip regelmäßig ausgewechselt.
Es folgen Hinweise zum Erscheinungsbild des Legionärs in der Öffentlichkeit. Gefordert werden stolze und soldatische Haltung, offener Blick und Präzision in Wort und Schrift.
Ein Legionär kleidet sich einfach und bescheiden und verachtet den Luxus als „seelische Neigung zur Frivolität, der Philosophie eines Schurken“.

„Wenn der luxuriöse Mensch heute kein Dieb ist oder zu einer der vielen Formen des Diebstahls neigt, dann ist er auf jeden Fall ein Gefühlloser, der das endlose Elend in unserem Lande verspottet.
Der Legionär wird den Menschen nicht nach seiner Kleidung beurteilen und wird keinen Unterschied zwischen dem Armen, der schlecht gekleidet ist, und dem Reichen, der gut gekleidet ist, machen. Der Legionär wird einen Menschen nach dem, was sich unter seiner Kleidung befindet, nämlich nach seiner Seele, beurteilen.
Es gibt viele zerfetzte Kleider, die Goldschätze im Herzen eines Menschen verbergen.“

Ein Legionär veruntreut niemals Gelder, die er verwalten soll, sonst erfolgt der sofortige Ausschluß. Er wird der Korruption in jeder Form entgegenwirken und für eine Leistung seinerseits niemals eine Gegenleistung einfordern.
Ein Legionär ist ein spiritueller Mensch und das Gebet seine Kraftquelle. Er trägt den Erzengel Michael als Vorbild im Herzen.
Ein Legionär wird durch die Schule des Leidens gehen, die ihn härten wird. Diese Schule besteht aus drei Stationen: dem Berg des Leidens, den er aufwärts geht, so schwierig der Anstieg auch wird, und so wenig Dank er auch für seinen Weg erhält; dem Wald der wilden Bestien, in dem sich alle Gegner auf ihn stürzen werden, um ihn zu vernichten. Er wird sich dem Kampf stellen und ihn ausfechten; dem Sumpf der Hoffnungslosigkeit, der aus allen Selbstzweifeln gebildet wird und der durchwatet werden muß, wenn man wieder festen Grund spüren will. Erst, wenn diese Prüfungen hinter einem liegen, kann die eigentliche Aufbauarbeit beginnen. Und: ein Kampf aus niedrigen seelischen Beweggründen ist zu verachten.
Legionär und Politiker sind von unterschiedlicher Art. Der Legionär hat nämlich nicht nur „bürgerliche Rechte, sonder auch heilige Pflichten“.
Der damalige Kommunismus sowjetischer Prägung wurde übrigens als bloße Tarnung für das Ausrauben des Landes durch fremde Profiteure gesehen.
Der Legionär soll einen neuen Staat errichten und dafür einen neuen Menschen heranbilden: „Der neue Mensch muß ein Held in kriegerischem, gesellschaftlichem und arbeitendem Sinne sein“.

Folgende Forderungen werden an den Legionär zur Vorbereitung dieses Ziels gestellt:

„Legionär,
- begehe niemals eine Tat, für die Du Dich am nächsten Tag schämen würdest. Stehe zu dem, was Du tust.
- Wenn Du auf ein Hindernis stößt, überwinde es. Gib nicht auf. Laß Dich nicht entmutigen. Versuche es ein zweites, ein drittes Mal, immer wieder. Es gibt kein: „Ich schaffe es nicht.“ Der Legionär setzt sich durch.
- Wenn der Politiker die Politik als ein Geschäft empfindet, so ist sie für den Legionär Religion.
- Sage nicht, daß Du der Legion nicht dienen willst, weil Du einen Vorgesetzten nicht magst oder der Meinung bist, er sei unfähig. In der Legion ist niemand Anführer auf Lebenszeit. Heute ist es einer, morgen ein anderer, übermorgen wirst Du es sein, vorausgesetzt, Du wirst es Dir durch Arbeit, durch standhaften Glauben und durch Deine Fähigkeiten verdienen. Und eines Tages wird der Fähigste von allen gefunden werden.
- […]Aus dieser großen legionären Schicht wird eine neue rumänische Aristokratie hervorgehen. Diese wird weder auf Geld noch auf Reichtum gegründet sein. Nur geistige Qualitäten und Tugenden werden zählen. Es wird eine Aristokratie der Tugend sein.“

Im Handbuch sind die Gelöbnisse der Legionäre verzeichnet. Mit ihnen legt sich der Legionär auf die Prüfungen des Leidens, der Gefahr und des Glaubens fest, verspricht Treue, Disziplin und Charakterfestigkeit unter allen Bedingungen.
Ein ausführlicher Teil widmet sich der Geschichte der Legion. Bedeutsam ist, daß im Gründungsritual jeder aufgenommene Legionär einen Lederbeutel mit Heimaterde überreicht bekam, den er um den Hals trug. Darin befand sich Erde von den Plätzen, auf denen Rumänen für ihr Land gekämpft und geblutet hatten.

Prägnante Parlamentsreden des Führers der Legion vervollständigen das Handbuch. In ihnen kommen noch einmal wichtige Grundsätze des Legionärsdaseins zum Tragen. Abhandlungen schließen sich an über die Wirksamkeit von Parteiprogrammen (erst bestimmend im Lande werden, dann versprechen und anpacken), Manifeste (zum Beispiel über das Übel der Städte und ihrer Moral) und Landesgesetze, die für Legionäre besonders wichtig sind. Am Schluß steht ein Aufsatz von Claudiu Mihutiu zum Vorwurf des Antisemitismus gegen die Legion. Er versucht nachzuweisen, daß eine Judenfeindschaft niemals grundlegender Bestandteil der Ideen war und dahingehende Äußerungen den konkreten Umständen geschuldet waren. Die Legionäre erhoben sich nicht als Rasse über die im Lande befindlichen Juden, sondern gestanden ihnen ein eigenes Land zu, das sie wieder zu einer Nation machen sollte. Die rumänische Nation sollte aber erst einmal ohne andere Einflüsse an sich selbst arbeiten.

Zur Form des Buches: Achtung gebührt dem Verlag, es überhaupt wieder zugänglich gemacht zu haben. Die Aufmachung ist ansprechend und fördert das Lesen. Allerdings wurde auf Satz und Übersicht etwas weniger Sorgfalt verwendet. So findet sich unter anderem eine Seite doppelt eingebunden und der Text ist in seinen Abschnitten nicht sehr elegant eingerückt. Trotzdem ist dieses Handbuch dem interessierten Leser zu empfehlen. Was zählt, ist schließlich der Inhalt. Und so soll hier noch einmal stehen, was die Legionäre sich schworen:

„1. in Armut zu leben und den Wunsch auf materielle Bereicherung in uns zu vernichten.
2. ein hartes Leben ohne Luxus und Wohlstand zu führen.
3. jede Ausbeutung der Menschen durch die Hand eines anderen Menschen zu beseitigen.
4. uns ständig für das Vaterland aufzuopfern.
5. die Legionärsbewegung mit all unseren Kräften vor allem, was sie kompromittieren oder ihrer hohen moralischen Zielsetzung schaden könnte, zu schützen.“

Mögen die Forderungen auch zum Teil unzeitgemäß erscheinen und mag überhaupt das Handbuch eine gewisse Naivität verströmen, so ist doch das Ideal bedenkenswert, das dieses Buch und seinen Verfasser beherrscht.

Koichi Tohei: Das Ki-Buch. Der Weg zur Einheit von Geist und Körper

März 15, 2007 dsnation Kommentieren

Wir leben im Zeitalter der Technik. Automatisierung beherrscht fast alle Lebensbereiche. Der Mensch wird zum Skalven der Maschine, die er schuf.
Doch auch die Erkenntnis wächst: er, der Mensch, muss wieder im Mittelpunkt stehen, nicht die Zwänge der Moderne, denen er sich unterwarf. Trotz aller Wissenschaft und technischen Fortschritts hat er es nicht geschafft, sein eigenes Wesen zu erkennen, und die Kraft, die in ihm steckt.
Dieses Buch kann ein Schritt auf dem Weg sein, das zu ändern.
Dazu muss man erfahren, was Ki ist. Allgemein verstanden ist Ki die Lebenkraft, die jedem Lebewesen innewohnt. Sie ist in einem stetigen Fluß mit der Lebenskraft des Universums verbunden, ein Teil von ihr, der von unserem Körper umschlossen wird. Durch bewusstes Leben und die stetige ruhige Abgabe von Ki erreichen wir die Einheit von Geist und Körper. Nur sie kann zu einem erfüllten Leben führen.
Ein Vergleich sei gestattet: Ein Auto, das oft gefahren wird, besitzt eine voll aufgeladene Batterie. Ein Leben, das bewusst gelebt wird, besitzt eine stets nachwachsende Lebenskraft.

Die Vier Grundprinzipien, um Geist und Körper ins Gleichgeweicht zu bringen, sind:

  1. den Einen Punkt halten
  2. sich vollkommen entspannen
  3. das Gewicht unten halten
  4. Ki fließen lassen

Zur Erklärung:

  1. Der Eine Punkt befindet sich eine Handbreit unter dem Bauchnabel. Man soll ihn in einer Linie mit dem Mittelpunkt der Stirn halten, indem man mit übereinanderliegenden großen Zehen auf den Fersen sitzt, die Arme locker auf den Oberschenkeln liegend und zwei Faustbreit Platz zwischen den Knien. Die Hüfte soll gestreckt und der Oberkörper entspannt sein.
  2. Man soll seinen Geist ganz auf den Einen Punkt lenken und dabei den gesamten Körper lockern. Den Einen Punkt soll man meditativ stetig halbieren, bis eine tiefe Entspannung erreicht ist.
  3. Man muss wissen, daß der Schwerpunkt aller Dinge unten liegt. Lenkt man dieses Wissen auf einen bestimmten Körperteil, zum Beispiel einen gestreckten Arm, so wird dieser in entspanntem Zustand von einem anderen Menschen nicht zu bewegen sein.
  4. Man muss sich auf einen Körperteil konzentrieren und den Gedanken zu ihm senden, dass Ki diese Stelle durchströmt, um ins Universum zu gelangen. Eine faszinierende Kraft ist so erreichbar.

Schwer zu glauben? Das Lesen des Buches kann Klarheit verschaffen. An dieser Stelle sind nur die Grundprinzipien beschrieben. Ki ist als wesentlich umfangreicher zu verstehen.

Koichi Tohei ist ein Buch gelangen, das man in einem Zug durchlesen kann und das Gelesene gleich fasziniert anwenden möchte. Es ist logisch gegliedert, widmet sich zunächst den Grundlagen, um dann Lebensweg und Unterrichtsmethoden des Autors zu zeigen.
Die wichtigsten praktischen Dinge werden zu Ende des Buches geschildert: die Begründung, den Weg ( das Erlernen der Einheit von Geist und Körper) weiterzugeben und praktische Anwendungsbeispiele, um die Vier Grundprinzipien zu erlernen und zu nutzen.

Einziges Manko: das Buch wurde wohl nicht in einem Durchgang geschrieben. So entstehen unnötige Wiederholungen. Die teils zu detaillierte Darstellung der Lehrorte und persönlichen Ereignisse des Autors ist ungewohnt, insgesamt stellt er sich selbst deutlich in den Vordergrund. Andererseits: warum nicht? Seine Lehre ist plausibel und ein Schritt auf dem richtigen Weg.

Kategorien:Ki, Koichi Tohei, Literatur

Knut Hamsun: Segen der Erde

März 12, 2007 dsnation Kommentieren

Ein Mann. Nicht schön, aber kräftig. Nicht gebildet, aber voller Energie und Willen. Nicht über Maß theoretisierend, sondern zupackend.
Er steigt allein in die nordische Wildnis. Findet ein Fleckchen Erde, eine Lichtung, die er bebauen kann. Lässt sich nieder und beginnt zu siedeln. Ernährt sich und seine Tiere. Ein eigener Hof entsteht.
Eine Frau findet sich, entstellt zwar, aber tüchtig, die ihm zur Hand geht und Nachwuchs beschert. Doch sie wird zur Kindsmörderin, weil ein neues Leben die gleiche Scharte trägt wie sie. In der milden Haft lernt sie die moderne Welt kennen und schätzen und wird durch eine Operation ansehnlich. Nach mehreren Jahren auf den Hof zurückgekehrt, zerstört ihr neues Wesen fast die gewachsene Einheit. Doch sie fängt sich, die Ursprünglichkeit siegt. Der Hof gedeiht. Nur einen Sohn zieht es hinaus, er wird verführt wie einst die Mutter, findet Geschmack am konsumierbaren Leben, kostet aus, was ihm bezahlt wird. Er kehrt nie mehr auf den Hof zurück.
Noch mehr erfahren wir vom Einbruch der Moderne in das urbar gemachte Land. Noch mehr erfahren wir von neuen Siedlern und ihrem Verderben durch die neue Zeit. Aber zuletzt bleibt einer stehen. Ein ruhender Pol ist er, um den sich die Verwurzelten scharen:
Ein Mann. Nicht schön, aber kräftig…
Sein Herz schlägt im Rhythmus der Natur.
So überlebt er gesunden Körpers und reinen Geistes. Ein Vorbild für all jene, die zurückfinden zu ihren Wurzeln und wissen, das alles Streben vergeblich ist, das sich nicht eingliedert: in den ewigen Kreislauf der Natur.