Einigkeit macht stark
Der Kampf zwischen einzelnen antikapitalistischen Splittergruppen ist absurd, zersetzend und dient nur dem Gegner. In den meisten Gruppen wirken Akteure, denen ihr persönlicher Status und Egoismus wichtiger ist als der gemeinsame Kampf. Andere scheuen vor den Konsequenzen ihrer theoretischen Überlegungen zurück und verharren in einem lähmenden Denken nach dem Motto: „Wir sind viel zu Wenige!“ Überhaupt bleibt es oft nur bei Diskussionen, allenfalls Demonstrationen. Zudem existiert in der Bevölerkung nach wie vor ein latenter Selbsthass, der alle nationalen Positionen in die Nähe von Verbrechertum rückt. Die Begriffe „Volk“ und „Deutschland“, auch in ihrer Kombination, Traditionen und überlieferte Verhaltensmuster, eine typische Kultur und Kunst, auch und gerade aus der deutschen Arbeiterklasse stammend, werden verneint und verachtet.
Dazu passen dann Aussagen wie „Grenzen sind Teil der Knechtschaft“. Wer in der heutigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lage so argumentiert, der redet einem grenzenlosen Markt das Wort, der ist Helfershelfer der Globalisierung, der sorgt mit dafür, seine Sprache und Kultur (die es ja erst wieder zu errichten gilt), die gewachsenen sozialen Zusammenhänge, letztlich sein individuelles Sein abzuschaffen und in das weltweite Konsumsklaventum zu verwandeln. Der redet der bedingungslosen Einfalt das Wort, der will die Vielfalt beseitigen und jede Form von richtig verstandenem Nebeneinander der Kulturen mit der Möglichkeit ihrer gegenseitigen Befruchtung verhindern. Grenzenlose Globalisierung und grenzenloser Internationalismus sind zwei Seiten derselben Medaille. Es kann den international agierenden Konzernen nur recht sein, aus der linken Ecke und bis weit in die Mitte der Gesellschaft solche Töne zu hören, umso leichter ist die Unterdrückung weltweit auszuüben.
Die Wahrheit ist: Nur staatliche oder kulturelle Grenzen werden heute den barbarischen Endphasenkapitalismus aufhalten, nur Menschen werden gegen ihn etwas ausrichten können, die außer ihren materiellen Wünschen noch andere Kriterien für ihr Handeln haben. Nicht der Staat ist das Problem, sondern jene sind es, die den Staat führen. Bevor eine wirkliche und allumfassende, vor allem gleichberechtigte Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg möglich ist, muss zumindest das deutsche Volk, muss seine unterdrückte Klasse erst einmal wieder ein Bewusstsein von sich selbst und ihrer gemeinsamen Kraft und Stärke bekommen.