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Karl Otto Paetel

April 23, 2007 dsnation Kommentieren

Karl Otto Paetels Werk Nationalbolschewismus und nationalrevolutionäre Bewegungen in Deutschland. Geschichte, Ideologie, Personen, Schnellbach 1999 kann mit Recht als wegweisend bezeichnet werden. Nachfolgend seien wichtige Stellen zitiert. In ihnen kommen Sozialisten zu Wort, die bereits in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts klarsichtig Erkenntnisse äußerten, die heute wieder Kraft entfalten können.

„… weil er [Lenin] genau wie wir von dem Grundbegriff der Nation ausgeht, und weil er weiß, daß für die proletarische Internationale die Nation, das freie Volk, die Grundlage bildet.“ (Laufenberg, Heinrich/Wolffheim, Fritz: Kommunismus gegen Spartakismus. Eine reinliche Scheidung!, 1919, nach Paetel, S. 40f)

„Macht die Sache des Volkes zur Sache der Nation, dann wird die Sache der Nation die Sache des Volkes sein!“ (Lenin, nach Paetel, S. 41)

„An diesem Punkte fallen die Lebensbedürfnisse des deutschen Arbeiters mit den Lebensnotwendigkeiten der gesamten Nation in eins zusammen; wagt er den Kampf um seinen Lebensspielraum und seine Freiheit, dann führt er zugleich den Befreiungskampf der Nation.“ (Niekisch, Ernst: Revolutionäre Politik, in: Widerstand, Blätter für sozialistische und nationalrevolutionäre Politik, Nr. 1, Juli 1926, nach Paetel, S. 83)

„Westlerisch sein heißt: Mit der Phrase der Freiheit auf Betrug ausgehen, mit dem Bekenntnis zur Menschlichkeit Verbrechen in die Wege leiten, mit dem Aufruf zur Völkerwanderung Völker zugrunde richten…“ (Niekisch, Ernst ebd., nach Paetel, S. 84)

„Entweder wir sind ein revolutionäres Volk oder wir werden im Sumpf ersticken und endgültig aufhören, ein freies Volk zu sein.“ (Niekisch ebd., nach Paetel, S. 84)

„Es gibt keine internationale Gemeinschaft, sondern nur eine internationale Gemeinsamkeit, was ein wesentlicher Unterschied ist. Es gibt eine deutsche und eine französische Arbeiterschaft, und jede kämpft innerhalb ihres Staates um die Machtposition.“ (Haubach, Theodor, Hofgeismarer Kreis, auf der dritten Reichskonferenz der Jungsozialisten in Jena 1925, nach Paetel, S. 87)

„Wir deutschen Sozialisten haben das stärkste Interesse daran, die nationale Selbstbestimmung des deutschen Volkes innerhalb einer europäischen Völkerorganisation gesichert zu sehen. Wir wollen die Internationale um des Sozialismus und der Nation willen, wir wissen aber, daß eine internationale Gesinnung und Organisation nur möglich ist, wenn wir als Nation geeint und frei dastehen. Uns ist die Nation kein Durchgangspunkt zu einem kulturlosen Menschheitsbrei, sondern die schicksalsgebundene Lebensform, in der wir an den übernationalen Zwecken der Menschheit allein mitarbeiten können und wollen!“ (Heller, Hermann: Sozialismus und Nation, 2. Aufl., Berlin 1931, nach Paetel, S. 88)

„Der Sinn der Weltwende ist: daß Deutschland die Gnade widerfährt, noch einmal von vorne anfangen zu dürfen.“
Doch: „Verführerisch lockt das anspruchslose Behagen des warmen Sklavenstalls, den der Westen Europas für ein müdgewordenes deutsches Volk in Bereitschaft hält.“
„Das Herbste und Schwerste empfangen wir mit Dank, wenn es Größe bringt und vom Anhauch des Ewigen berührt ist.“ (Niekisch, Ernst: Entscheidung, Berlin 1930, nach Paetel, S. 91)

„Die Erwartung des jungen Geschlechtes aber ist die, daß die schwarze Fahne der Bauernrevolution sich verbinden möge mit der roten der Arbeiterrevolution.“ (Becker, Rolf: Bauer und soziale Revolution, in: Sozialrevolutionärer Nationalismus, nach Paetel, S. 127)

„Die Jugend verhöhnt die unverfrorene Behauptung des wirtschaftlichen Liberalismus, daß das freie Spiel der Kräfte (das freie Spiel aller möglichen Egoismen) alles in der Welt der Wirtschaft am besten regle. Welch eine Heuchelei! sagte sie nahezu einstimmig. Ein Wirtschaftssystem, in dem der einzelne Unternehmer nur dann Menschen ins Boot setzt, wenn sich ihre Arbeit ihm rentiert, ihm einen bestimmten Gewinn einträgt, und sie wieder auf die Gasse wirft, wenn ihm aus ihrer Arbeit kein Gewinn erwächst; ein Wirtschaftssystem, in dem auf der einen Seite unverkäufliche Waren lagern und vernichtet werden, auf der anderen Millionen Arbeitsloser stehen, die diese Waren brauchen, aber nicht kaufen können: ein solches Wirtschaftssystem ist in den Augen der Jugend gerichtet. Denn es ist aller Jugend eine Selbstverständlichkeit, daß die Wirtschaft nicht dazu da ist, damit Unternehmer ,Geld machen’, sondern damit ein Volk lebe. Die geistige Jugend weiß auch, daß das kapitalistische Geld allen Geist relativiert hat, weil es allmächtiger Selbstzweck geworden ist, daß es aus allen Werten Waren gemacht hat, daß Religion, Geist, Kunst von ihnen korrumpiert worden sind, so daß sie aufgehört haben, als Grundmächte des Lebens zu wirken und als solche angesehen zu werden.“ (Lesser, Jonas: Von deutscher Jugend, Berlin 1932, nach Paetel, S. 131f)

„Die Politik soll sozialistisch sein in dem Sinne, daß das Wohl des Volkes allem anderen vorgeht. Sie soll den Liberalismus, der den Einzelnen zum Herrn über den Staat macht, wie den Kapitalismus, der gewaltige Machtmittel in unverantwortlichen, weil unpersönlichen und überstaatlichen Organisationen bindet, bekämpfen.“
„Die Befreiung des Arbeiters von wirtschaftlicher, geistiger und seelischer Unterdrückung steht uns höher als jeder sogenannte wirtschaftliche Gesichtspunkt, der mit dieser sittlichen Forderung nicht in Einklang gebracht werden kann.“ (Lesser, Jonas: ebd., nach Paetel, S. 133)

„… Vergesellschaftung der Produktionsmittel, Beschränkung des privaten Profitstrebens, Planwirtschaft und weitgehende soziale Sicherheit als unabdingbare Forderungen eines sozialistischen Staates.“ (Raabe, Felix: Die Bündische Jugend. Ein Beitrag zur Geschichte der Weimarer Republik, Stuttgart 1961, nach Paetel, S. 135)

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